(Cyber-)Mobbing in der Schule

Frage:

1. Welche Maßnahmen kann die Schule bei Mobbing einleiten, sollte die Polizei eingeschaltet werden?

2. Muss die Schule auch bei Mobbing oder Internet-Missbrauchsfällen in der Freizeit der Schüler/innen reagieren (z.B. mit Ordnungsmaßnahmen)?

Antwort der Experten:

Zu Frage 1):

In der Regel werden Schüler, die in der Schule gemobbt werden, auch per Internet, Facebook, What’s App und Co. von den gleichen Mitschülerinnen und Mitschülern gemobbt. Daher sollte sich die Schule durchaus mit diesen Fällen beschäftigen. Wenn dann in einem seltenen Fall eine Schülerin oder Schüler von schulexternen Personen im Internet gemobbt wird, sollte die Schule trotzdem Ansprechpartner benennen oder Tipps zum Vorgehen geben.

Grundsätzlich muss abgewogen werden, von welcher Intensität das „Mobbing“ ist. Idealerweise sollten hierzu die Vertrauenslehrer und -schüler herangezogen werden sowie die Betroffenen und deren Eltern. Dabei ist es wichtig, dass die Schule die Mobber direkt anspricht. Falls sich herausstellen sollte, dass es sich beim Tatbestand um seelische und körperliche Gefährdungen sowie Bedrohungen (evtl. in Rücksprache mit Schulpsychologen/in) handelt, dann muss als nächste Stufe die Polizei herangezogen werden.

Zu Frage 2):

(Cyber-)Mobbing und Internet-Missbrauchsfälle sind nicht immer dasselbe. Und wieweit die Schule als erzieherische Instanz in die Freizeit von Schüler/innen „hineinregieren“ soll, hängt sehr davon ab, ob und wie eine Schule es vermocht hat, ihre erzieherische Funktion für Familien auch jenseits der Schulstunden verdeutlicht zu haben, z.B. durch Informationsveranstaltungen. Eine Schule kann deshalb auch nicht pauschal die Verantwortung für den privaten Bereich übernehmen. Es gibt aber eine Vielzahl an Informationsangeboten zur Mediennutzung, die auch Hinweise zum Umgang mit (Cyber-)Mobbing und Internet-Missbrauchsfällen beinhalten. Dazu zählen Flyer, Broschüren, Linktipps (klicksafe.de, jugendschutz.net, Landesmedienanstalten), Adressen von Beratungsstellen sowie die örtliche Polizeibehörde. Im Zweifelsfall sollten Eltern zumindest auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden.